Mannis Musikbox
Diesen Sommer unterwegs ab dem 03. Juni von Oberbernbach zu Fuß Richtung Santiago auf dem Jakobsweg
Ganz Ganz Neu: Ausblicke
ganz ganz unten 11.08
heute geht es zurück, morgen Mittag bin ich zuhause
Ganz Neu: Fazit
ganz Unten am 10.08.
Neu:
Angekommen auf dem Weg
(unterhalb: Warum gehe ich …)
Für dieses Jahr in Le Puy en Velay beendet
Rückmeldungen egal welcher Art gern unter WhatsApp
0049 160 94414929
und besucht auch
Eine meiner „glorreichen“ Ideen auf dem Jakobsweg:
Mannis Wandergitarre
Da versuche ich eine Tour zusammenzubekommen, wo ich mit meinem Wanderwagen mit Gitarre den Landkreis bewandere und jeden Abend irgendwo ein Privatkonzert gebe. Es sollte in etwa zwei Stunden dauern und es sollten mindestens ca 10 Leute da sein. Als Gage verlange ich eine Zeltmöglichkeit, ein Abendessen mit ausreichend Getränken. Beim Bier wäre mir Boandlbrau-Bräu recht, soll aber keine Bedingung sein. Eine Spende und eine kleine Brotzeit für den nächsten Tag. Wer Interesse dafür hat soll sich einfach bei mir melden, wir machen alles ganz individuell aus.
Mannis Jakobsweg 2025


Mit diesem Wanderwagen werde ich den Weg machen.
Nach langen Überlegungen, ob ich nur mit Rucksack und dementsprechend leichtem Gepäck gehe, oder mit Wanderwagen,
habe ich mich für letztere Möglichkeit entschieden.
Vorteil: Ich nehme Zelt, Isomatte und Schlafsack mit, ebenso Kochzeug und natürlich meine Gitarre.
Nachteil: Trampelpfade sind nur bedingt begehbar, Bergwanderung ist kaum möglich.
Deshalb werde ich wohl hauptsächlich auf Fahrradwegen gehen, bzw mir die Wanderwege vorher genau anschauen, ob es mit Wagen möglich ist.
Den Wanderwagen habe ich mir extra gebaut mit einem Hauptrad,
um auf einspurigen Wegen gehen zu können, jedoch hochklappbare Stützräder angebracht, um nicht dauern balancierenzu müssen, wenn ich auf ebenen Wegen unterwegs bin.
Aufgebaut ist er aus 2-Punkt Traversenteilen, die man wieder trennen kann, um ihn leicht auseinander bauen zu können, falls ich mal in Bus oder Bahn einsteigen sollte.
Der Wanderwagen bepackt und der Erste Stempel


Am Montag war noch eine kleine Abschiedsparty, als Überraschunggäste waren ein Teil der Paartalmusikanten zum musizieren gekommen

Oberbernbach - Friedberg
Dienstags gegen 11 Uhr 30 gings dann los. Der Schorsch hat mich noch bis Dasing auf meinen ersten Kilometern gebleitet. Nach einer Pause im Kaffee in Dasing ging es für mich dann weiter nach Friedberg.
Meine erste Übernachtung bei Karl und Maria im Garten, bei Regen.
Caro und Fritz, die Nachbarn, waren abends noch auf einen Plausch da
Am Morgen erst mal das Zelt getrocknet, dann bei den Nachbarn ein Frühstück, von Karl und Maria verabschiedet und weiter ging es mit dem Zug nach Augsburg
Friedberg - Waldberg
Hauptbahnhof, weil es waren für nachmittag/abends Gewitter vorhergesagt, und denen wollte ich entkommen.
Hinter Augsburg, an der Wertach verzweigt sich der Weg in West- und Ostweg.Diesmal bin ich den Westweg gegangen über Oberschönenfeld

Der Weg führt an Wellenburg vorbei, dort war der Biergarten geöffnet und da hab ich dann auch Mittag gemacht. Durch die Westlichen Wälder nach Oberschönenfeld,schöne Anlage mit Bäckerei, wo ich ein Sauerteigbrot gekauft habe. Dann habe ich mit Konrad telefoniert, der mich daraufhin
mit seinem Anhänger abgeholt und nach Waldberg gebracht hat.
Der Konrad ist ein ehemaliger Arbeitskollege von meiner Nachbarin und wie der Zufall es will, ist sein Sohn Christian Ökolandwirt und beliefert uns mit Öko-Gerste, die vermälzt und zu Boandl-Bräu-Bier verarbeitet wird.
Einen netten Abend mit der Familie verbracht, am nächsten Tag noch eine kurze Hofbesichtigung und dann gehts weiter über z. T. wirklich schönen Wegen, und solche die auch noch so heißen, weiter duch die westlichen Wälder.


Waldberg - Nachstetten
Weiter gehts über Fischach, Wollmetzhofen nach Maria Vesperbild. Einen Stempel ergattert, leider war die Gastronomie geschlossen und bin weiter gewandert bis zu meinem Schlafplatz unter Bäumen bei Nachstetten.


Nachstetten - Loppenhausen
Am nächsten Tag Richtung Kirchheim, wo im Tal ein ehemaliger Baukran zum Mehrfamielien Storchenheim umgebaut wurde
Kurz vor Kirchheim hat dann mein Hilfsmotor gestreikt, zu diesem Zeitpunkt wußte ich noch nicht, dass nur meine Batterie aus war, und ich dachte an einen technischen Defekt.Brauerei Lechler in Kirchheim gibt es nicht mehr also weiter Richtung Loppenhausen.
Nächster Defekt: mein IPhone schaltet die Helligkeit des Bildschirm automatisch auf ganz dunkel, so dass ich dachte, es wäre hinüber.
Mit Jacke über dem Kopf konnte ich jedoch die Helligkeit zurückstellen. jedoch gab mir die Geschichte zu denken. Was wäre, wenn das Teil wirklich ausfällt? Ich brauche es zur Kommunikation und vor allem zur Navigation.
Daher habe ich beschlossen, in Lindau angekommen, in den Zug zu steigen und mich noch mal nach Hause zu begeben. Dort konnte ich dann auch überflüssige Sachen zuhause lassen.
Pause bei der Eishütte in Loppenhausen, dann weiter am Weg entlang an einem Kneipp-Becken vorbei, wo ich meine Füße wieder etwas herunter kühlen konnte. An diesem Rastplatz war auch das ermutigende Schild angebracht
Nach Loppenhausen habe ich übernachtet am Waldrand an einem Kleinen Privatweiher, wo die Besitzer grade mit ihren Hunden da waren.
Dort durfte ich von Michael aus mein Zelt aufbauen. es war sehr schön dort, auch wenn es in der Nacht und am Morgen noch etwas geregnet hat.

Loppenhausen - Engishausen
Weiter Richtung Babenhausen, dort leider kein Pilgerstempel, weil die Kirche grade eine Baustelle war, immer wieder mal etwas Regen, weiter nach Engishausen. Dort war etwas Umweg angesagt, weil Google mich über eine Brücke führen wollte, die es leider nicht gab, da war grad eine Baustelle. Zurück nach Engishausen zum Glück an einer Wirtschaft vorbei, suchte ich danach meinen Schlafplatz und hab ihn gefunden, zwar direkt an der Hauptstraße, jedoch unter einem wunderbaren Baum


Engishausen - Holzgünz
Von Engishausen bis Holzgünz war bisher meine kürzeste Route von ca 10 km, allerdings mit sehr viel Gegenwind. Dort wurde ich von Bärbel und Sepp aufgenommen, zum Essen und Trinken(Boandlbrau-Bräu!), Duschen und Übernachten.
Nach dem Laden meines Akkus konnte ich auch feststellen, daß nichts an meinem Antrieb kaputt war, sondern lediglich der Akku leer, juhu, es geht wieder alles
Holzgünz - Bad Grönenbach
Am nächsten Tag weiter nach Bad Grönenbach bei herrlichstem Wetter, relativ eben bis dort hin, aber dann wurde es hügeliger. Mal nicht vergessen, meinen Cousinen zum Geburtstag zu gratulieren,übernachtet habe ich am Waldrand.
Bad Grönenbach - Hölzers
Am nächsten Tag ging’s dann hinunter zu Illerbrücke am Illerdurchbruch, Altusried.


Dort durfte ich meinen Akku im Freibad aufladen, und hab mich mit einem Lied bedankt.
Weiter nach Wiggensbach und Ermengerst, dort kommt der Jakobsweg aus München dazu, ich hab allerdings keinen Münchner gesehen. Hier wollte ich schon übernachten, doch ich suchte noch nach einer Kneipe, aber fand keine.
Der Weg führt über eine ehemalige Bahnstrecke (nach Isny) Solche Strecken haben den Vorteil, daß keine massiven Steigungen, sowie Gefälle zu erwarten sind
in Hölzers dann eine Pizzeria, die am Dienstag Ruhetag hatte, und es war Dienstag.
Jedoch das Wirteehepaar machte im Garten rum, und so bekam ich noch zwei Bier und zwar GESCHENKT. Danke.
Ein paar hundert Meter weiter war dann eine Schutzhütte in der ich noch mein Bier
Getrunken habe und Brotzeit gemacht und auch dort übernachtet

Hölzers - Isny
Am nächsten Tag Über Buchenberg noch ein bißchen hinauf bis zur Wasserscheide
Und dann hinunter nach Weitnau.
Dort habe ich mit Andreas Mittag gemacht. In der Zwischenzeit wurde mein Akku
Geladen bei einem Bekannten von ihm. Außerdem hat er mich darauf hingewiesen, daß es stärkere Ladegeräte gibt, mit dem es wesentlich schneller zum Laden ging. Danke für den Tip. Hab ich fast sofort bestellt, läuft super
Am Nachmittag weiter nach Isny, abends noch ein paar Bier. In der Kneipe „zur Wurzelhex“ getrunken und neben Aldi übernachtet. Erster Kontakt an diesem Abend mit Stechmücken
Isny - Lindenberg
Am 12.06. hab ich dann die Fa Veith Socken besucht. ich wollte mich bedanken für die hervorragende Qualität und mir zwei neue Paar kaufen.
Der Senior Chef mit 84(glaube ich) hat mir die Geschichte vom Niedergang der Strickwirtschaft im Allgäu erzählt und von seinem Schiksalsschlag als sein Sohn vor ca 5 Jahren gestorben ist. Ich habe ihn mal kennengelernt auf einem Lauche& Maas Wintertreffen, und auch mich hat es getroffen. Ich wünsche ihm viel Glück und Courage und uns, daß es das Unternehmen trotz Widrigkeiten noch lange gibt
Dann ging’s nach Lindenberg und der nächste Schiksalsschlag kam. Die Nachricht von Ouzo‘s (Bernd Albrecht) Tod. Da blieb mir nicht viel mehr als mir ein griechisches Lokal zu suchen.
Übernachtung am Wohnmobilstellplatz, weil dort konnte ich wieder Akku laden.


11. Tag 13.06.
Lindenberg - Lindau
Es geht steil bergab, auch über Treppen, abends Übernachtung bei Thomas. ich kannte ihn vorher nicht. Der Kontakt kam über meine Nachbarin Fanny zustande.Er wohnt am Rande von Lindau an einer Kreuzung von 2 Bundesstraßen, kein Problem für mich, ich wohne ja schließlich auch an einer Hauptstraße
12.- 15. Tag 14.-17.06 Lindau -Oberbernbach
Zurück mit dem Zug nach Aichach, von dort noch mal nach Augsburg, ein neues IPhone zu kaufen.
Die nächsten Tage habe ich dann meinen Wanderwagen repariert,
statt dem Stahlseil zur Fixierung der Stützräder habe ich Gewindestangen angebracht und und beide Radaufhängungen zusammengeschweißt, damit alles in Allem stabiler wird.
Das iPhone hat über zwei Stunden gebraucht, bis alles vom Alten überspielt war
Tag 16 Mittwoch,18.06.2025
Oberbernbach - St. Gallen
Vormittags noch alles verstaut, Getränkehalter installiert, und los gehts mit dem Zug nach Lindau, noch eingekauft, mit dem Schiff übergesetzt nach Rohrschach ind die Schweiz, noch einen Stempel ergattert und dann ging es rauf auf den Berg Richtung St. Gallen. In einem Restaurant Vorstadt Beiz hab ich noch Bier getrunken.
Super zeltplatz gleich gegenüber mit Morgensonne

Der STEMPEL: Er dient als Nachweis für den gegangenen Weg, jede Kirche hat seinen Eigenen, verschiedene Farben, verschiedene Größen, damit er ja keinen Platz hat im Pilgerausweis. Meistens hängt er irgendwo in der Kirche an einem Stück Seil oder Kette, manchmal muß man jemand ansprechen, damit man ihn kriegt, sogar vom Campingplatz hab ich schon einen gekriegt. ich brauch wohl noch ein Zusatzblatt für die noch zu erwartenden Stempel, weil mein Ausweis ist nach drei Wochen Wanderschaft schon fast voll.
Tag 17. Do 19.06.
St. Gallen - Schönengrund
Am 19. ging’s in der früh weiter nach St. Gallen auf einen Wohnmobilstellplatz,
Weil dort gab es Strom, den mir die freundliche Bedienung gestern Abend nicht zu geben traute, weil der Chef nicht da war und sie selber konnte das nicht entscheiden. Weiter so, der Chef dankt es dir.
Dort habe ich dann den Brief geschrieben: An die Zuhausegebliebenen (kommt später noch) Mit einem Wohnmobilisten habe ich mich noch unterhalten, dann weiter nach St Gallen und Kathedrale besichtigen inclusive Stempel.
An den Gotteshäusern sieht man, die Kirche ist nichts für arme Leute.
Weiter über eine große Fußgängerbrücke bin ich dann in einer Ortschaft gelandet, die Schönengrund heißt mit der Gecko Bar. Die Wirtin Domi war sehr freundlich und hat mich nicht nur Strom tanken lassen, auch Bier gab es.
Der Mathias hat mich dann mit an den Einheimischenstammtisch eingeladen und es wurde noch sehr zünftig. Ich hab mich vorgestellt, wer ich bin und was ich mache,
Dann kam schon das erste Bier ohne Aufforderung. Dann noch ein paar Lieder gespielt und das Bier ging einfach nicht aus. Die Einen gingen, der Andere kam noch von der Feuerwehrübung, Thomas, und dann war auch mein Zeltplatz klar, nämlich bei Mathias im Garten, 5 Gehminuten von der Kneipe. Von der Wirtin bekam ich noch was mit zum Frühstück, und ein ein Gast, dessen Namen ich nicht weiß, hat noch Geld für mich hinterlegt, fürs Musikspielen. Danke. Und das in einem Dorf das durch eine Kantongrenze getrennt und doch vereint war.
Tag 18. Fr 20.06. Schönengrund - Gömmiswald
Trotz viel Bier und Spätinsbett bin ich bei Sonnenaufgang weiter zuerst bergab und dann sauber bergauf nach Hemberg. bin ich froh dass ich einen Motor im Wagen hab, das wäre eine saubere Plackerei geworden. danach runter nach Watwil.
runter ist manchmal anstrengender als bergauf und schmerzhafter für die Gelenke.
Dann wieder Aufstieg ca 300 Höhenmeter nach Ricken und dann schön langsam bergab Richtung Zürichsee. Zum Übernachten habe ich einen wunderbaren Platz auf einer Wiese gefunden, nicht einsehbar und doch mit schönem Ausblick.


Tag 19. Sa 21.06 Gömmiswald - Pfäffikon
Hinter Gömmiswald ging’s dann weiter bergab und dann eben am Zürichsee entlang nach Rapperswil,Essen, kleine Pause, es ist wieder sehr heiß.
Dann über den berühmten Holzstab nach Pfäffikon. Stempel abgeholt, und dann mit Jose (Riculla) telefoniert. Mit ihm wollte ich mich Tags drauf treffen.
Dann die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz, fündig geworden auf einem Spielplatz, der sehr verlassen wirkte, aber schön für meine Übernachtung.


Tag 20. So 22.06. Pfäffikon - Schönenberg
Am nächsten Tag wieder nach Pfäffikon Bahnhof und mit dem Zug nach Zürich, dort habe ich mit Jose getroffen, der kam früher öfter ins Bräustüberl, als er noch einen wichtigen Grund für die Fahrt nach Pöttmes hatte.
Wir haben ein altes Bierlokal in der Stadt besucht und die Probleme der Welt diskutiert, die mich ja grad nichts angingen, weil ich ja nicht in der Welt war, sondern auf
der Pilgerreise.
Dann ging es zurück nach Wattenswil mit dem Zug und von dort aus wieder mal bergauf in der Hitze nach Schönen Berg zu Katja und Stefan, zwei Bekannte von Karl und Maria. Dort wurde ich freundlicherweise zum Grillen eingeladen, konnte waschen, meine Kleidung und mich, ein sehr netter Abend. Danke.


Tag 21. Mo 23.06. Schönenberg - Rothenthurm
Nach Einsiedln, kurze Besichtigung der Klosterkirche, sehr, sehr edel, und überall diese Spendenboxen. Es kommt mir so vor als würde der Besitzer eines 500 Tausend Euro Autos jemand nach Spritgeld anschnorren.
In der Einsiedler Brauerei hab ich am Getränkemarkt Strom bekommen, weil dann gings wieder bergauf über einen Pass, dann wieder bergab nach Rothenthurm. Da wollte ich eigentlich ein Bier trinken aberf heute ist ja Montag, da sieht es schlecht aus mit den Gasthöfen ausser im Restaurant Biberegg, doch dann gehts gleich weiter ca einen Kilometer, dann sollte ich einen Zeltplatz finden, aber das hat sich als schwierig herausgestellt. An einem Abgang Richtung Fluß fand ich was, ich mußte nur etwas Gras wegmachen aber dabei habe ich einen Ameisenhaufen in Aufruhr gebracht. An einem anderen Eck mußte ich etwas Gestrüpp wegmachen und schon kamen kleine Schlangen heraus.Kein guter Platz zum Zelten.
Meine Füße waren schon am Ende, aber es half nichts. Zweihundert Meter weiter war noch ein Parkplatz, wieder ein Abgang zum Fluß, diesmal keine Ameisen, keine Schlangen dafür leicht abschüßig, endlich die füße lang machen.


Tag 22. Di 24.06. Rothenthurm - Emmerstetten
Trotz Flußnähe blieb alles trocken, es war immer etwas windig und nach dem Aufwachen nahm ich ein Erfrischungsbad im kalten Fluß. Dann wieder Richtung Schwyz auf einer gutbefahrenen Hauptverkehrsstraße ohne Gehweg, dafür mit Fahrradstreifen. Ganz wohl fühlte ich mich nicht aber es war der direkte Weg gleichmäßig bergab. Dann kam die Polizei. Die wurden von jemanden angerufen, weil jemand zu Fuß auf der gefährlichen Straße unterwegs war.Das ist zwar nicht verboten, aber der freundliche Polizist zeigte mir eine alternative Route, die weniger gefährlich war, dafür umso steiler ins Tal führte und ich die steilsten Passagen wieder mal rückwärts ging um meine Knie zu entlasten. Nach dem Essen und Laden des Akkus, das geht verdächtig schnell und ich befürchte, daß das Laden mit dem stärkerem Ladegerät dem Akku schadet, geht es nach Brunnen an den Vierwaldstädter See. Dann mit dem Schiff nach Treib, dort mit der Bahn auf den Berg und zu Fuß bis hinter Emmerstetten, wo ich einen abgesperrten Weg für mein Zelt gefunden hab. Die folgenden Fotos sind noch von Einsiedln, das muß man einfach selber sehen.


Tag 23. Mi
25.06.
Emmerstetten - Buochs
Eine kurze Etappe zum Vierwaldstetter See, denn heute ist Pause angesagt, Es ist wahnsinnig heiß und ich nehm mir einen Campingplatz für 22 Franken.Vormittags mal in den See, nachmittags wieder, rumliegen im Schatten, den Tag versandeln.
Auf dem Campingplatz mit Stefan gesprochen, er kommt wohl ursprünglich aus dem Ruhrpott und weiß alles.Von seinem Zeltplatz ging ein soderbar süßlicher Geruch aus.Naja, war trotzdem nett. In der Kneipe hat man ja auch öfter mit Leuten zu tun, wo man nicht weiß, wie es sich mit dem Gesagten verhält. Kommt es mehr aus der Realität oder ist es doch mehr der Ausbruch der Phantasie.Egal, ich nehme es wie eine Geschichte auf, wie ein Märchen, wo ja auch immer ein Funke Wahrheit steckt.
Für bare Münze sind Worte eh selten zu nehmen.


Tag 24. Do 26.06.
Bouchs - Alpnach Dorf
In der Nacht Gewitter mit Regen so daß ich aufgestandenen bin, um alles wasserfest zu machen, in der Früh ein Trockenfenster im Regen erwischt, um alles einigermaßen trocken einzupacken. An der Brücke wo der Alpnachtaler See mit dem Vierwaldstätter See verbunden ist, hab ich Mittag gemacht und Siesta, nur nach dem Aufwachen hat es düster ausgeschaut und zu Regnen angefangen, so daß ich noch unter diesem Brückenkomplex gewartet habe, bis es aufhört, dann weiter Richtung Alpnachtaler Camping, zwischendrin hab ich noch mal Halt unter einem Felsen machen müssen weil es zu fest regnete.
Mit Camping war leider nichts weil ich noch was Essen wollte, ich danach zwei Kilometer zurück fahren hätte müssen. Also weiter. In Alpnachtal Dorf hat es eine Kirche gegeben und ich wollte schauen ob ich noch einen Stempel bekommen konnte.
Beim Überqueren der Straße habe ich dann meine Unterhose verloren, die am Expander zum Trocknen befestigt war. Ein paar Leute aus einer gegenüberliegenden Kneipe haben das wohl beobachtet und mich lautstark daraufhingewiesen, daß ich etwas verloren hätte. Nach dem ich ihnen gezeigt habe,daß es sich um eine Unterhose handelt haben sie applaudiert und ich habe mit den Leuten ein Bier getrunken und die übliche Geschichte dazu erzählt.
Der Wirt André hat mich zum Bier eingeladen, ebenso Remo und mit Herbi hab ich mich übers Bierbrauen unterhalten, da er selber Hobbybrauer ist und morgen seinen letzten Arbeitstag hat. Sie haben mich noch auf ein kleines Wäldchen in der Nähe hingewiesen, wo ich dann auch mein Zelt aufgebaut habe.


Tag 25. Fr 27.06.
Alpnach Dorf - Brünigpass
Nach dem Aufwachen musste ich zwangsläufig wieder an der Kneipe vorbei, glücklicherweise, denn ich hatte mein Käppi vergessen, was der Wirt freundlicherweise an den Türknauf gehängt hat.Gegenüber war ein Café, wo mich ein paar Rentner herbeigewinkten haben. also spielte ein paar Lieder, hab mich ein bißchen unterhalten und bekam ein Frühstück dafür.
Dann weiter zum nächsten See, dem Sarner See. Sachseln und Gieswil. Dann kam der Anstieg zum Kaiserstuhl. Da lag dann der Lungener See. Auf dem Weg dorthin hab ich mich allerdings ein paar mal verlaufen, weil ich einen Fußweg gehen wollte, den es so nicht gab. Also zurück über die Hauptverkehrsstraße nach oben, wieder kein Spaß, aber was hilfts.
Den nächsten Anstieg zum etwa 1000 m hohen Brünigpass , etwa 10 km, hab ich dann mit der Bahn gemacht. Oben eine kurze Bierpause und dann wieder hinunter, auch nicht ungefährlich, aber es gibt keinen anderen Weg als die Hauptstraße, ausser ein Wandersteig, den ich mit meinem Wagen nicht nehmen konnte.
Dann hab ich einen wunderschönen Zeltplatz gefunden, es fehlten zwar noch 300 Höhenmeter bis unten, aber ich wollte diesen Abend nicht mehr weiter.


Tag 26. Sa 28.06.
Brünigpass - Interlaken
Über einen Trampelpfad dann ganz nach unten, dort habe ich wieder für ein paar Kilometer die Abkürzung genommen, den Zug, weil ich hatte ja einen Termin mit Ben, den ich sonst nicht erreicht hätte.
Und da freute ich mich drauf,erstens wegen Ben und zweitens, weil ich mal einen Pausentag brauchte.
Paolo Coelho wurde die ersten drei Tage auf seinem Jakobsweg im Kreis geführt, damit er sich ans pilgern gewöhnt, bei mir hat das bald drei Wochen gedauert, nicht, daß ich im Kreis gelaufen bin, aber ich brauchte tatsächlich auch eine Zeit, um mich an das Pilgern zu gewöhnen, bzw. den Alltag hinter sich zu lassen.
Um 15 Uhr 30 war ich bei Ben und nach einem Begrüßungsbier gingen wir zum Grillen auf eine alte Burgruine in der Nähe vom Rugenbräu. Dort trafen wir uns mit Bens Mittelalterverein. Alles ganz nette Leute, wobei ich mir die Namen allerdings nicht merken konnte, weil es zu viele auf einmal waren. Außer Babs, die frisch geschlüpfte Enten dabei hatte, die sie mit der Spritze als Ersatzmama versorgte (ich glaube es waren Enten, Vögel jedenfalls)


Tag 27. So 29.06.
Interlaken
Heute ausschlafen, den Füßen eine Pause geben, mit Ben reden über den Beruf und übers Leben. Vor einem guten Jahr war ich schon hier, ganz zu Beginn seines Aufenthalts hier in Interlaken, doch mittlerweile hat er sich gut eingelebt. Mit seinem Mittelalterverein kriegt er auch praktischen Schwyzerdütsch Unterricht, zumindest verstehen kann er es schon einigermaßen. Ausserdem findet ja auch eine soziale Eingliederung statt.
Da es heute ziemlich heiß ist, gehen wir zwischen durch an die Aare zum Abkühlen des Körpers und abends ins Bierhüsli zum Abkühlen der Kehle, gutes Bier aber nicht gerade billig. Aber was ist in der Schweiz schon billig?
Das Wasser: es gibt viele Brunnen am Wegesrand, wo es kostenlos erfrischendes Trinkwasser gibt.
Spruch des Tages: Keine Erwartungen, keine Enttäuschungen


Tag 28. Mo 30.06.
Interlaken
Bei mir ist heute Computer Arbeitsplatz, damit die Geschichten und Bilder endlich mal online gehen. Ben muß auch arbeiten und so trifft es sich gut, daß ich seinen Laptop benutzen kann. Ich kämpfe mit der Technik, aber ich bleibe am Ball, auch wenn ich manches öfters machen muß, weil ich wieder mal nicht aufgepasst habe.
Ganz optimal ist die Struktur so nicht, aber momentan nicht zu ändern, ich bin froh, dass es so geworden ist.
Abendessen mit Ben mit seinen selbstfermentierten Sachen, die wirklich gut schmecken und auch noch gesund sind, wir glauben es jedenfalls. Danach gibt es zum Ausgleich Bier, aber nicht zu viel, weil Ben muß um 3 Uhr an der Brauerei sein, da wird die Nacht kurz.
Ben nimmt seinen Job sehr ernst, auch wenn er manchmal mit betrieblichen Wiedrigkeiten kämpfen muß. Ausserdem bin ich mir sicher, daß er auch noch seinen Braumeister machen wird, das dauert vielleicht noch ein paar Jahre, aber dann.
Ob er sich dann selbstständig macht oder nicht, ist dafür völlig unerheblich.
Momentan gibt es sehr viele kleine Brauereien und die Chancen, wirtschaftlich zu überleben, sind nicht leicht. Dann verabschieden wir uns abends gegen 10 Uhr. Denn ich stehe erst um 5 Uhr auf und daher sehen wir uns am folgenden Tag nicht mehr.


Tag 29. Di 01.07.
Interlaken - Thun
Ich bastle noch bis um 9 Uhr an der Homepage, bessere Fehler aus, baue dafür Neue ein. Gegen 10 Uhr bin ich wieder auf der Straße.
Die zwei Tage bei Ben haben mir gut getan, meine Muskeln sind wieder frisch und auch der Geist. Es freut mich, wenn ein junger Mensch so einen Elan für seinen Beruf zeigt, auch wenn ihm auch schon Wiedrigkeiten in den Weg gelegt wurden. Da heißt es Füße hoch und drüber über alle Probleme.
Mich führen meine Füße über eine Anhöhe. Ich gehe am Nordufer des Thuner Sees, ein paar Kilometer kürzer als das Südufer, aber dafür mal wieder etwas gefährlicher, weil z.T. Weder Fahrradstreifen oder kein Geweg, dafür ein paar kleine Tunnels
An den Beatushöhlen vorbei, die schau ich mir wann anders an, weil ich will heute noch nach Thun kommen. Gegen 20 Uhr habe ich meinen Zeltplatz erreicht, und jetzt höre ich auf zu schreiben, denn ich hab Durst


Tag 30. Mi 02.07.
Thun - Biberist
Den Zeltplatz gestern Abend konnte ich leider nicht ausprobieren, normalerweise lege ich immer meine untere Schutzplane hin, wo das Zelt hinkommen soll, leg mich Fünf Minuten drauf und spüre daraufhin, ob das ein guter Platz zum Schlafen ist, keine Wasseradern, Verwerfungen, Currygitterpunkte ..., diesmal ging das nicht, weil etwa 10 Meter daneben ein Fahrradweg vorbeiging, der gut genutzt wurde.
Ich wollte keine Aufmerksamkeit auf mich lenken und daß hier heute Nacht ein Zelt steht.
Auf jeden Fall, es war ein sehr schlechter Platz, ich konnte kaum einschlafen, hatte Albträume, was mich dazu bewogen hat, mitten in der Nacht aufzustehen und das Zelt einen guten halben Meter zu verschieben, dann ging’s.
Am morgen dann weiter zu Fuß nach Münsingen, von dort mit dem Zug nach Bern und weiter nach Biberist in der Nähe von Solothurn, wo ich morgen einen Biertrinktermin habe. Heute ist es brütend heiß, kein Tag zum Wandern, und ich such mir einen Schlafplatz auf einer Wiese, frisch gemäht, hinter einem Lidl, vor einem Wald.
Ich schreib ein bißchen und als ich genug hab, geh ich runter zur Tanke, gleich neben dem Lidl, und hol mir ein frisch gekühltes Bier. Normal wäre ich heute in eine Kneipe gegangen, laut Google geöffnet, in der Realität geschlossen..
und am Wanderwagen hab ich zwar immer Bier aber halt lauwarm, insofern ist das heute ein Luxus. Ich geh später noch mal runter zur Tanke.
Ein gemütlicher Abend allein auf der Wiese. Prost.


Tag 31. Do 03.07.
Biberist - Solothurn
Heute eine kurze Etappe. Durch Solothurn bin ich schon mal mit dem Radl gefahren. Vormittags noch etwas online, nachmittags Braumeistertreffen in der Ouifi Brauerei (ja elf, irgendwie DIE Zahl in Solothurn, 11 Türme usw) Die Brauerei wurde vor 25 Jahren gegründet und macht mittlerweile ca 5000 hl, nicht schlecht, der Zeit nach müssten wir da mit dem Boandl-Bräu leicht schon 10000 hl machen.
Das ist das Sommertreffen des Schweizer Braumeisterbundes. Eingeladen hat die Ouifi Brauerei mit Füller Thomas als Braumeister. Ich war sozusagen Gast, weil mich der Schuberth Martin von der Donau-Malz „eingeladen“ hat. Moritz ist der Sohn des Gründers der Brauerei, seine Schwester arbeitet auch mit. Technisch schon in einer anderen Liga als das Boandl-Bräu. Zwei Vorträge gab’s zu hören, einer von Martin über Nachhaltigkkeit, Energiebilanzen der Donau-Malz. Der andere von der Firma Kaspar Schulz, die hier auch vor 10 Jahren das neue Sudhaus eingebaut und in Betrieb genommen haben.
Maria, die Verfahrenstechnikerein hat dann noch über die Herstellung von alkoholfreien Bier gesprochen, keiner war begeistert, obwohl das Thema durchaus aktuell ist. Von Oliver Hensel Burgdorfer Gasthausbrauerei hab ich noch eine Einladung bekommen, liegt aber nicht auf meinem Weg, ausserdem ist die Zeit der Termine jetzt endgültig vorbei. Ich habe alle genossen doch jetzt gehts ins Ungewisse.
Übernachtung im Brauereihof.


Tag 32. Fr 04.07.
Solothurn - Büren
Heute gehts weiter Richtung Lyss, hab um 9 Uhr noch mein gestriges Video für Ouzos Beerdigung gesendet.
Unterwegs hab ich dann mit einem Bauern, Jürg Knörr vom Eymatthof gesprochen.
er hat grad noch sein Stroh auf dem Feld zusammengerecht.Seine Frau, die Brigitta backt Brot und da meine Vorräte zu Ende gehen, wollte ich noch eins kaufen. Letztendlich hat sie mir eins geschenkt, Danke, und ich bin weiter auf meinem Weg.
Endlich habe ich dann ein Wirtshaus gefunden, wo ich noch das Trauerbier hab trinken können.
Weiter auf meinem Weg zum Chrüpfe Bräu hat mich eine Frau auf mein Gepäck angesprochen und mich zum Abenessen zu ihrer Familie eingeladen.
Es gab Bircher Müsli, selbstgebackenes Brot und Käse. übernachtet habe ich bei Monika und Christian nicht, es war sehr eng im Garten und die ganze Nachbarschaft hat Wege gekärchert, was die Maschinen hergaben.
Vorher war ich noch in der Brauerei bei Noel und Tom, 5 hl Anlage, beides Hobbybrauer, was heißt, das sie nicht von der Brauerei
leben müssen. Jeder hat wohl seinen Job, wo er sein Geld
verdient.
Übernachtet habe ich ca 2 km
von Monika und Christian am
Waldrand.
Ouzo
Zu Ouzos Ehrentag wurde dieses Lied gemacht, was haben wir gelacht
Nach über zwo Jahre, lag er auf der Bare, wer hätte das damals gedacht
Nach gut zwei Jahren sind, die selben Menschen da,
doch zum Feiern ist ihnen nicht
Nach gut zwei Jahren sind, die selben Menschen da,
die Tränenen stehen ihnen, im Gesicht
Wir sitzen weiterhin, im Boandlbrau-Bräu herum, das Bänkle geht nicht mehr mit dir um
Wenn heut einer Bänkle b‘stellt, dann ist es jedenfalls, zu deiner Erinnerung
Nach gut zwei Jahren sind, die selben Menschen da,
doch zum Feiern ist ihnen nicht
Nach gut zwei Jahren sind, die selben Menschen da,
die Tränenen stehen ihnen, im Gesicht
Freundlich und hilfsbereit, und das allezeit, zu jedem Ding bereit
Kann auch noch lachen, beim grill saubermachen, in kürzester Arbeitszeit
Nach gut zwei Jahren sind, die selben Menschen da,
doch zum Feiern ist ihnen nicht
Nach gut zwei Jahren sind, die selben Menschen da,
die Tränenen stehen ihnen, im Gesicht


Tag 33. Sa 05.07.
Büren - Fräschels
In der Früh geht es weiter nach Lyss, wo ich in der Nähe des Bahnhofs ein paar Museumslokomotiven sehe, und ein paar Leute vom Verein, die sich immer Samstag zum Arbeitsdienst treffen, heute Lokomotive reinigen. Durch Lyss durch nach Aarberg. Von dort wurde schon 1875 ein Kanal gegraben zum Bieler See, die alte Aare fließt daran vorbei, um die Frühjahrshochwasser, die sich sonst im Moos ergeben, aufzufangen. Um das Moos trockenzulegen wurde auch der Wasserspiegel der drei Seen gesenkt. Auch im letzten Jahrhundert wurden noch Veränderungen vorgenommen um das Hochwasser in Griff zu bekommen.
Pause in der Mittagshitze, dann weiter nach Kallnach, dort gabs Bier in der Sternenwirtshaft. Ein paar Stammtischler waren zusammengesessen und Willi hat sogar meine Zeche übernommen, Danke Willi. Nach ein paar Kilometern hab ich dann eine schöne Wiese gefunden, wo ich mein Zelt unter Bäumen aufgeschlagen hab.


Tag 34. So 06.07.
Fräschels - Courtepin
Heute gehts wieder ins Hügelige und vor allem über die Sprachgrenze, jetzt wird’s Französisch. Noch im Deutschsprachigen gibts heute einen Frühschoppen unter einer Autobahnbrücke, denn es regnet mal wieder ein bißchen, danach Siesta und danach geht‘s bergauf. Abends habe ich glücklicherweise noch eine Kneipe gefunden, wo es noch ein Tagesabschlußbier gab. Im „Chasseur“ hat heute eine Chorprobe stattgefunden, der ich von aussen, vom überdachten Biergarten aus, beiwohnen durfte. Wirklich sehr schön. Es nieselt mal wieder und ich suche mir einen Kilometer ausserhalb eine Wiese zum Zelten.


Tag 35. Mo 07.07.
Courtepin - Martin Marais
Diese Nacht hat’s geregnet, mein Platz war nicht ganz optimal, nicht weit weg von der Straße, aber es ist schon dunkel geworden und da ist man nicht mehr wählerisch. Am morgen dann bergab Richtung Freiburg, wenn nicht wieder mal mein Freund und Helfer mich von der vielbefahrenen Straße verscheucht hätte.
Also wieder bergauf über Feldwege, und Waldwege einen Mords Umweg machen.
Das nächste mal mache ich da nicht mehr mit.
Natürlich ist es nicht ganz ungefährlich auf der Hauptstraße, natürlich bin ich dort ein Hindernis, aber die passen schon auf, auch wenn der ein oder andere schimpfend aus dem Auto gestikuliert. Was soll’s? ich bin in Fribourg angekommen, leider umsonst, denn ich konnte keinen Stempel ergattern, weil grad Ferien sind.
Also weiter raus aus Fribourg. Meine nächste Pause war in einem Einkaufszentren, wo ich noch ein paar Sachen eingekauft habe und mir ausserdem Strom getankt habe und die weiteren Berge zu überstehen. Ich lauf noch weiter bis Marais Martin, in der Hoffnung, noch eine geöffnete Kneipe zu finden, Fehlanzeige.
Es wird schon fast dunkel und es fängt wieder leicht an zu Regnen. Ich hab einen Platz gefunden am Straßenrand unter Bäumen, wo ich als erstes mein Tarp mit etwa 4 x 3 Metern aufgespannt habe, damit ich im Trockenen, Brombeeren und anderes Gestrüpp und Geäst entfernenden konnte. Dann war Platz für mein Zelt, welches trotz anhaltenden Regens trocken blieb, dafür war das Tarp nass.


Tag 36. Di 08.07.
Marais Martin - Moudon
Heute habe ich mir eine Nebenroute Richtung Mudon ausgesucht, zu letzt dann direkt am Fluß entlang. Zwischendrin immer Regen. Eingekauft habe ich Nestle Shop in Henniez, ein Eis und Schokolade. Sieht aus wie im Supermarkt. Diese Marke hat wirklich alles, und auch, was man auf den ersten Blick nicht so sieht. Weiter nach Lucens und schließlich Burdon, diesmal gibts sogar einen Stempel. Übernachten diesmal am Campingplatz für 20 Euro, mal wieder duschen und waschen.Batterien Aufladen nicht vergessen, weil morgen gehts nach oben


Tag 37. Mi 09.07.
Moudon - Lausanne
Vom Campingplatz am Fluß entlang über eine schöne aber fast unüberwindliche Brücke, weil zwei Stufen dazwischen sind, immer weiter bergauf. Kurz vor Carrouge hat mir ein freundlicher Herr aus einer Reparaturwerkstatt eine Mutter plus Beilagscheibe geschenkt zur Reparatur meines Wagens
Dann weiter zur Brasserie des Randonneurs in Montpreveyres. nach zwei Bier bin ich dann ein Stück zurück ins Dorf um den Wanderweg zu nehmen. sonst hätte ich mal wieder die Hauptverkehrsstraße nehmen müssen.Dann ging’s wieder bergauf und oben wollte ich eine Pause machen.
Nach 37 Tagen auf dem Camino habe ich doch das erste Mal Kontakt mit einem anderen Pilger. Jana, eine junge Frau aus Tschechien, mit kleinem Rucksack unterwegs, jedoch auch mit einem Ultraleichtzelt.
Sie sprach sehr gut deutsch und so sind wir bis nach Lausanne zusammen gelaufen. Sie hat drei Töchter, 10, 12, 14 Jahre alt und gehört schon deshalb nicht ins typische Bild eines Pilgers. Normalerweise sind ganz junge, nach der Schule, und Ältere, meist nach dem aktiven Berufsleben, unterwegs. Die einen, die noch nicht arbeiten müssen und die Anderen, die nicht mehr arbeiten müssen. Aber wie man sieht, es gibt auch Ausnahmen.
Sie ist sehr schnell unterwegs, mindestens 30 km pro Tag , aber sie hat auch nur begrenzte Zeit, weil sie wieder zu Arbeit und Familie zurück muß. Sie will den ganzen Camino auf drei Mal machen. Der erste war jetzt eben von Pilsen bis Genf, wo sie am Sonntag wieder zurückfliegt.
Wir laufen noch eine Weile, bis wir einen geeigneten Zeltplatz finden, essen noch, unterhalten uns und dann verabschieden wir uns, weil sie sehr früh los will.


Tag 38. Do 10.07.
Lausanne - Morgues
Wie schon gesagt, sie ist früher als ich aufgestanden und schon unterwegs.
Ich gehe auch los zur Kathedrale, wo ich zur Öffnungszeit des Büros um 9Uhr30 meinen Stempel bekomme. Dann gehts weiter wieder raus aus der Stadt. in Morgues gehe ich abends in eine Kneipe Jamesons. Der Wirt, Joe, gibt ein Bier aus und ich unterhalte mich auch mit Brian. was liegt da näher als mit der Gitarre das Leben des Brian anzustimmen.
Später kommt dann noch Rainer, gebürtig in der Nähe von Weißenburg, lebt aber auch schon seit Jahrzehnten in der Gegend und spricht französisch, wir unterhalten uns allerdings auf fränkisch. Ich gehe dann raus aus der Stadt, finde noch eine Pizzeria, wo ich auf den letzten Drücker noch eine Pizza bekomme, essen muß ich sie allerdings auf der Straße. Schlafen gleich in der Nähe neben der Eisenbahn, ja, man hört sie gut im Zelt.


Tag 39. Fr 11.07.
Morgues - Gland
In der Früh wollte ich erst einen Fußweg nehmen, mußte aber dann umkehren, weil aus dem Weg ein steiler Pfad wurde und zuletzt auch mit Treppe, wo ich mit meinem Wagen unmöglich hinauf konnte. Also zurück auf die Hauptverkehrsstraße ohne Geh- und Radlweg. In Saint Prex habe ich mich kurz mit Eduard unterhalten, einem Segler, der mich darauf hin auf einen Morgentee eingeladen hat. seine Frau Christine kam mit dazu und wir sprachen über das Woher und Wohin. Dann zur Kirche, einen Stempel und weiter gehts nach Rolle.
Dort hat mir Ilka aus Frankfurt ein Dosenbier angeboten zu dem ich unmöglich Nein sagen konnte. Er ist mit seinem selbst ausgebauten Wohnmobil eine Woche in der Schweiz unterwegs, muß aber auch schon bald wieder zurück.
Dann weiter nach Gland. Kurze Pause an der Tanke und dann gehts schon weiter in ein Brewpub, Dive Bär. gibts seit etwa 10 Jahren, an dieser Stelle, neben dem Bahnhof, erst seit zwei Jahren. Alles ist in Containern untergebracht, Brauerei wie auch Pub. Ein 10 hl Sudwerk mit 4 x 10 hl Gar und Lagertanks mit Mantelkühlung.
Sehr angenehm alles in allem, und wie üblich auch der Preis 10,40 Franken(etwa 12 Euro). Mit 4000 Franken lebt man hier allerdings am Existenzminimum.
Auf der anderen Seite des Bahnhofs gabs noch ne Kneipe und dann fand ich ein schönes fließendes Gewässer im Wald wo ich mein Zelt aufschlug.


Tag 40. Sa 12.07.
Gland -
Heute war ein fauler Tag
Mein Schlafplatz zwischen Hauptverkehrsstraße und Bahnstrecke unter der Einflugschneise
Unten der Mont Blanc


Tag 41. So 13.07.
Versoix - Archamps
In der Früh, das Problem, daß hier alles am See Privat ist, d. H. fast keine Öffentlichen Flächen, und vor allem kein Klo. Bis ich nach längeren Gehen endlich einen geeigneten Platz für meine Morgentoilette entdecke, und schon läuft es sich völlig erleichtert. Dann bin ich Baden gegangen und eine Siesta gemacht, länger als sonst, denn die Nacht davor war kein guter Schlaf neben den Bahngleisen, neben der Hauptstraße und in der Einflugschneise.
Dann zur Kirche, Stempel holen und so schnell wie möglich raus aus der Stadt. Große Städte machen keinen Spaß zum gehen und Genf empfinde ich auch nicht als besonders schön. Vorher hab ich noch meine letzten Franken in Dosenbier umgesetzt. Dann den Berg hoch nach Archamps. Dort habe ich eine Bar gefunden, gleich hinter der Schweizer Grenze, was gegessen, was getrunken und dann zu meinem Zeltplatz, den ich mir vorher schon ausgeschaut habe.


Tag 42. Mo 14.07.
Archamps - Beauregard
Die Nacht hat es geregnet und so wie es aussieht ist meine Motorsteuerung in Mitleidenschaft gezogen worden. Vielleicht geht sie wieder nach dem Trocknen. (Ja!!) Ansonsten müsste ich bei eBay eine neue bestellen. In Beaumont wäre eine Kirche, wären aber noch mal zwei Kilometer und ich habe keine Lust mehr. Ich brauche eine Pause, und zwar jetzt aber dafür brauche ich auch den richtigen Platz. Mal schauen, in zwei Kilometer ist ein Campingplatz, den nehm ich. Einfach mal nichts tun, so wenig wie möglich bewegen. Camping le Terroir. Man sieht sogar noch die Fontäne von Genf.


Tag 43. Di 15.07.
Beauregard: Camping du Terroir
Ich bleib gleich noch einen Tag. Am Vormittag mache ich die beiden Geburtstagslieder für Ingrid und Peter. Am Nachmittag gehe ich in den Nachbarort zur Post, die öffnet erst um 15 Uhr. Dort sollte eigentlich eine Kneipe geöffnet sein, ist sie aber nicht. Also zurück zum Campingplatz.
Dort ist heute eine Party mit Musik, bin mal gespannt. Der Zeltplatz kommt mir vor, wie eine große WG. hier ist alles ein bißchen alternativ, Trockentoiletten,,,.eine Blechbüchse als Bierkasse mit Selbstbedienung, auch für die Waschmaschine nur eine Sammelbüchse, na wenn das mal gut geht. eine junge Frau habe ich gefragt, ob sie hier arbeitet, irgendwie ja, und irgendwie nein, sie hat sich allerdings um neu Ankommende gekümmert und kassiert, mir auch Waschmittel besorgt, dann war sie weg.
Im Dunkeln sind dann noch zwei Fahrradfahrer gekommen, denen habe ich dann gezeigt, wo sie ihr Zelt aufstellen können, so schnell hat man einen neuen Job.
Jetzt hab ich mich doch mal weiter umgeschaut.. Ja, man kann hier Zelten oder mit dem Wohnmobil kommen, aber das Meiste sind hier Jurten (wetterfest mit Ofen) und Tinyhäuser. das scheint mir tatsächlich so eine Art WG zu sein. So was wie bei uns Blumenthal, nur für Arme.
Am Dienstag findet immer ein Fest statt mit Live Musik, da wird gekocht, natürlich nur Vegan, so ein kleiner Markt ist auch dabei, wo man Gemüse, Schmuck kaufen kann oder sich auch massieren lassen kann. Preise 3,50 Euro für ein 0,3 Bier, 7 Euro für einen Teller Ratatouille mit Reis.Und das in Sichtweite zur Genfer Fontäne.


Tag 44. Mi 16.07.
Beauregard - Frangy
Bin heute erst nach 10 Uhr weitergekommen, anfangs ein schöner Weg durch den Wald, dann Hauptverkehrsstraße, Nebenstraße und die letzten 6 Kilometer wieder mit den LKWs auf der Straße unterwegs. Jetzt bin ich in Frangy. Unterwegs hat mich Thomas aufgehalten und mir eine Übernachtung angeboten. Seine Frau war da und sagte, kein Problem. Jetzt esse ich erst mal was und dann schaue ich wieder zurück. Noch eine Kneipe dazwischen, Café Central, Ervé (Ich hoffe ich hab es richtig geschrieben) läd mich auf ein Bier ein, sein Nachbar auch, um 19 Uhr macht die Wirtin Schluß. Dann gehe ich zurück zu Thomas und baue mein Zelt auf, leider habe ich ihn nicht mehr getroffen.


Tag 45. Do 17.07.
Frangy - Anglefort
Gegen 7 Uhr los Richtung Seysille, schöner Weg, bis auf ein Teilstück, wo mal wieder eine Treppe eingebaut war, dann gehe ich weiter auf einer wenigbefahrenen Nebenstraße. Kurz vor Seysille habe ich Pause gemacht in einem Bushäuschen, dann runter an die Rhone. Ich hab mich beim letzten Ausflug mit dem Fahrrad schon gefragt, warum es eigentlich von Genf aus nicht einfach an der Rhone entlang geht.
So wie ich das jetzt sehe, ist das Tal sehr eng und noch dazu einige Staustufen eingebaut, so daß es da keinen richtigen Weg gibt. Also geht es über ein paar Hügel.
Heute war es wieder sehr heiß und ich hab eine sehr ausgedehnte Mittagspause gemacht. Auch um 16 Uhr als ich dann wieder weiter bin, war es immer noch brütend heiß. In der Schweiz gab es alle paar Hundert Meter, vielleicht einem Kilometer eine laufende Quelle mit kaltem Trinkwasser, hier nicht mehr. Es gibt zwar schon noch hin und wieder in den Dörfern Trinkwasserentnahmestellen, immerhin besser als in Deutschland, aber weit nicht so, wie in der Schweiz.
In Anglefort wurde mir von Google eine Herberge, Restaurant, Bar angezeigt, gibts aber nicht mehr. Ein richtig großes Gebäude, hatte schon mal bessere Tage gesehen. Dann gab es noch eine Bar an einem Badesee ganz in der Nähe und da bin ich jetzt. Der Ausblick beim Biertrinken ist phänomenal. Das Juramassiv, wo grade die Sonne dahinter verschwindet und davor der kleine See, der vermutlich mal ein Baggersee war und renaturiert wurde. Hier bleib ich und stell mein Zelt irgendwo auf, und mal schauen, morgen früh eine kleine Erfrischung im See zu Aufwachen.


Tag 46. Fr 18.07.
Anglefort. - Lucey
Eine kleine Runde im See, ein herrlicher Platz. Am Liebsten wäre ich hier geblieben, aber dann doch weiter nach Couloz. Hier war ich schon mal vor etlichen Jahren, wo ich schon mal mit dem Fahrrad nach Lyon gefahren bin. Mittagspause, dann nach Chavanaz, wo bei Google eine kleine Brauerei eingetragen war. Brütend heiß heute wieder und ich finde die Brauerei. Brasserieie Chanaz, Biere du Biez. Ich spreche mit der Verkäuferin und Pascal, dem Brauer. Er macht die Brauerei seit Zwanzig Jahren, an diesem Ort seit Dreizehn. 10 hl Sudwerk, 4 x 10 hl Tanks, nicht schlecht. Dann weiter nach Lucey. Google sagt mir, daß die Bar dort geschlossen ist. Um so größer ist die Freude, daß sich Google zu meinen Gunsten geirrt hat. Ein paar Lustige sind auch da, mit Silvain unterhalte ich mich, die Bedienung heißt Benedicte. nach drei Bier und ein paar Liedern gehe ich an die Rhone und baue mein Zelt auf. Einen Expander verloren, weil ich beim Befestigen der Gitarre ihn nicht befestigt habe.


Tag 47. Sa 19.07.
Lucey - St Genix ...
Am Fluß ist es Naß, so daß ich mein Zelt in Yenne zum Trocknen auspacken muß. Ich sitze unter einem Dach, weil es wieder zu regnen angefangen hat. Es hat bis Mittag geregnet und zwar ergiebig. Dann wieder die Frage, Über den Berg den Fußgängerweg nehmen oder über die Hauptstraße im Tal weiter. Der erstere Weg wäre sicher schöner aber das hilft mir nix, wenn ich irgendwann mit dem Wagen nicht mehr weiter komme. Der Anfang war auch etwas gefährlich auf der Hauptstraße durch eine enge Schlucht und einen Tunnel aber auch sehr malerisch. Später war sogar ein extra zweispuriger Fahrradweg da.
In Champagners war eine Bäckerei angegeben und da ich Hunger hatte, war das mein Anlaufpunkt. Leider geschlossen, auf den ersten Blick, doch dann hat mir eine freundliche Dame, vermutlich die Besitzerin, noch mal aufgemacht und ich konnte einkaufen. Sie hat mir noch ihr Album gezeigt mit den Widmungen der Pilger, da ich mit dem Französisch Schreiben aber schwer tue, hat sie einen Aufkleber von mir reingepappt und so war es auch gut.
Dann weiter bis kurz vor St Genix, dort habe ich einen wunderschönen Platz unter Bäumen gefunden zum Zelten. Hier bleibe ich. Nach der Party Stimmung gestern Abend, mach ich heute einen Ruhigen.


Tag 48. So 20.07.
St. Genix - Tour du Pin
Heute am Sonntag, dachte ich, da ist nicht so viel los auf der Hauptstraße. So täuscht man sich. In Tour du Pin die Kirche besucht aber kein Stempel. Das Touristenbüro, wo man auch Stempel bekommt, war natürlich zu, am Sonntag. Klar, am Sonntag gibt es schließlich keine Touristen. Oh Herr lass Hirn regnen über die Verwaltungen, natürlich nur über dieser Einen, angesprochenen. Ich war früh dran und um 17 Uhr wollte ich spätestens einen Platz zum Zelten gefunden haben, weil das Regenradar für 18 Uhr Regen angezeigt hat.
Grad noch alles trocken hinbekommen und dann regnete es die Nacht immer wieder.


Tag 49. Mo 21.07.
Tour du Pin - La Côte du André
Weiter über kleine Straßen über die Hügel. Hier war ich noch nie und hatte auch keine Orientierung. Ich habe nur im ersten Dorf versäumt, genügend zum Esssen einzukaufen, hier gab es den ganzen Weg nichts, daher habe ich mich entschieden über La Côte du St André zu gehen, dort gibt es Supermärkte. Da krieg ich zwar erst morgen was, aber für heute reicht es noch. Heut war Montag, wo hier in Frankreich die ganzen kleinen Bäckereien und Epicerien geschlossen haben, weil sie Samstag und meist auch noch Sonntag geöffnet sind.
Einen herrlichen Zeltplatz auf einer Wiese unter einem Baum gefunden, heute war kein Regen zu erwarten.


Tag 50. Di 22.07.
La Côte St André - Pommier de Beaurepaire, Camping la Bissera
In der Früh den steilen Berg hinunter. Unten Toilette, dann Frühstück, Einkaufen und auf die ziemlich ebene Straße. am ersten Camping Platz vorbei dann wieder ein wenig bergauf zum Zweiten.
Vorher noch eine Kneipe, ein älterer Herr sitzt davor. Es macht zwar nicht den Eindruck, als könnte man hier etwas kaufen, aber ich frage mal nach. Alles sehr ungepflegt, vor allem wo wir dann in die Kneipe gegangen sind. Völlige Unordnung, schmuddelig, und es stinkt. Ich wäre am Liebsten wieder gegangen, so ekelig. Ich habe mir eine Limonade bestellt, die glücklicherweise aus dem Kühlschrank aus einer noch nicht geöffneten Flasche kam. Der Wirt sagt mir, daß es oben auf dem Camping sehr teuer ist und er behält recht.
25 € für ein Zelt und einer Person + 5 € für Strom. Naja. Jetzt bin ich aber da, frisch gewaschen das Gewand für 4 € und jetzt kauf ich mir dann noch ein Bier (oder zwei) für 2,50€ für 25 cl. Heimelten ist immerhin nach dem Reinheitsgebot gebraut, zumindest läßt das Etikett diese Hoffnung zu. Zutaten Gerstenmalz, Wasser, Hopfenextrakt. Das Leffe schmeckt mir zwar besser, aber da ist auch Zucker und Mais drin.


Tag 51-54 Mi 23.-27.07
Camping le chene er le roseau
Grad mal 11 km weiter. Ein kleiner Campingplatz, hier sind praktisch nur Dauercamper von April bis Oktober. Am Nachmittag beginnt es zu regnen, deshalb gehe ich schnurstracks auf den Campingplatz zu. Hier bleibe ich, für 8 Euro pro Nacht, kein Swimmingpool, sehr ruhig, der Lauteste bin ich. Chefin Clothilde und Chef Regis betreiben noch eine Spiruline Farm. Hier gibt es allerdings weit und breit nichts, daher nimmt mich Clothilde am ersten Tag noch mit zum Supermarkt, damit ich einkaufen kann.
Den ganzen Tag nur rumliegen, Gitarre spielen, Essen, Trinken und wieder rumliegen, Das hat es mal gebraucht. Ich bleibe vier Tage. Die Postfrau kommt und ich kann ihr eine Postkarte mitgeben, sie erzählt, sie würde auch mal gern den Weg laufen.
Es sind nicht viele Leute da, aber die sind nett, die eine Frau hat mir noch ein Baguette aus dem Supermarkt mitgebracht, geschenkt, der eine hat mir Bananen geschenkt, der andere, Sebastian, selbstgemachte Konfitüre.
So lässt es sich aushalten.
Ich habe noch ein paar Musik-Videos aufgenommen, gelesen und rumgehangen. Schön. am Sonntag gehts weiter, denn in einer Woche würde ich gerne in Le Puy en Velay sein.


Tag 55. So 27.07.
Camping - Serrières
Um 10 Uhr weg vom Campingplatz, mit frischen Füßen und ein Lied auf den Lippen über die Hängebrücke von Serrières, noch ein bißchen den Berg hoch bis zu einem ehemaligen Steinbruch. Dort war ein ebenes und ruhiges Plätzchen gefunden. Dann habe ich mal die zukünftige Strecke begutachtet und so wie es aussieht, könnte ich morgen Abend auf einem Voie verte ankommen, so heißen hier die Radwege, die auf ehemaligen Bahnschienen gemacht werden. D. H. Moderate Steigungen und der Weg ist gut ausgeschildert. Es sind knappe 100 km von der Rhone bis zur Loire, zwar sind die berge hoch aber es geht eben sachte nach oben, hört sich gut an.


Tag 56 Mo 28.07.
Serrières - Saint Julien Molin Molette
Heute war ein harter Tag zum Laufen, das linke Bein hat mir weh getan,weil ich einen schlechten Schlafplätze hatte. Der ganze Unterkörper war auf irgendeiner Verwerfung gelegen. In der Nacht hatte es zeitweise geregnet deshalb wollte ich auch nicht raus, um das Zelt zu verschieben. Zum Schluß waren meine Beine ganz rechts neben der Matraze gelegen, da ging es einigermaßen. Da ich Schweißdraht dabei hatte, habe ich mir ein paar Winkelruten gebogen um in Zukunft meinen Zeltplatz zu muten. In Saint Julien wollte ich noch einkaufen, doch,weil es Montag war, gab es nichts. Ein paar Bier habe ich noch bekommen. Dann weiter über den Berg, ich wollte noch zur Viafluvia, so heißt die Fahrradstraße. Jedoch bin ich oben geblieben, weil ich einen schönen Schlafplätze gefunden habe. Mit etwas Glück werde ich morgen mit Sonnenstrahlen geweckt. Zumindest hab ich mal wieder einen Stempel in der Stadtverwaltung bekommen. Die ansässige Brauerei hatte allerdings Montags auch zu. Schade.


Tag 57. Di 29.07.
Saint Julien - 3 Km vor Tracol
Dieser Tag hat ja gut angefangen. Den Berg runter hab ich irgendwann mal gemerkt, daß mein Wagen ohne zu bremsen, gebremst hat. Da stimmt was nicht. Unten auf dem Fahrradweg blieb mir dann nichts anderes übrig, als alles abzuladen und die Bremsen zu kontrollieren. Die Bremsen sind irgendwie auseinander gefallen(Rollenbremsen) Ich hab mich mit diesem Scheiß zuhause schon einmal geärgert, habs aber dann irgendwie mit Videoanleitung hinbekommen. Video hatte ich nicht und da ich die fettigen Bremsen schon in der Hand hatte, konnte ich auch nicht mehr auf dem Mobiltelefon suchen. Also ausprobieren. Das dauerte etwa vier Stunden und 1000 Flüche, wegen denen ich wohl 500 km mehr zur Abbitte laufen muß. Dann lief das Rad wieder.
Es war schon Nachmittag und ich mußte erst noch nach Bourgeois Argental um einzukaufen, essen, trinken, Batterie aufladen und dann wieder auf den Fahrradweg zu kommen, der etwa 150 Höhenmeter und zwei Km weg war, mittlerweile war es 16 Uhr und meine Lust am Ende, aber was hilfst.Nix, also weiter immer leicht bergauf Richtung Pass 1030 m. ich bin bis nach 20 Uhr gelaufen, bis etwa 3 km vor dem Pass, dann habe ich einen Schlafplätze gefunden.


Tag 58. Mi 30.07.
3 km vor Tracol - Monfacon en Velay
In der Früh erst mal 3 km auf der Nationalstraße den Berg hoch. Bisher ein wunderschöner Radweg, aber hier ist er unterbrochen. Die ursprüngliche Bahnstrecke geht hier etwa einen Km im Tunnel, wie mir ein Radfahrer erzählt hat, auch der Tunnel wäre noch in Ornung, weil dort eine zeitlang Pilze gezüchtet wurden. aber er meinte das Problem ist, daß hier zwei Departemente Grenzen aneinander stoßen, und deshalb beim Ausbau des Weges nichts vorwärz gehe. Allein schon aus Sicherheitsgründen wäre hier eine Änderung nötig, ausserdem würde man sich auch noch ein paar Höhenmeter sparen.
Ich würde ja einfach an ein Ende des Tunnels eine Brauerei bauen, Brasserie de Tunnel, jeder würde sozusagen als Maut ein Getränk kaufen müssen, um den Tunnel zu passieren, was phantasiere ich da schon wieder.
In Riotord Mittag gemacht, zeltgetrocknet (Siesta) jetzt nur noch bergab nach Duniers. Dort gibt es eine Velorail, so eine Art Tretboot, nur eben auf Schienen.
In Duniers gibt es auch den einzigen befahrbaren Tunell, die anderen haben immer eine Umleitung, ich weiß nicht, warum man die nicht nutzt. Ich wollte weiter nach Montfaucaon en Velay um dort ein Feierabendbier zu trinken. Da ich erst etwas nach 19 Uhr angekommen bin, gabs es nichts mehr. Alle zu. Traurig. Also noch einen Kilometer auswärts an einem Pausenplatz am Radweg mein Zelt aufgebaut und lauwarmes Dosenbier gabs auch.


Tag 59. Do 31.07.
Montfaucon en Velay - Yssingeaux
Kurz nach dem Loslaufen etwa 3 km später gabs den Velay Express, einen Dampfzug für Touristen . Dort habe ich gefrühstückt und noch ein paar schöne Aufnahmen vom Zug gemacht. Dann weiter nach Lapte, Mittagspause, Stempel. In Chapelette war eine Abzweigung, und ein Restaurant. Hat zwar nicht den Anschein gemacht, als wäre es geöffnet, jedoch hab ich doch noch ein Bier bekommen auf einer Terasse mit Blick auf die alte Brücke, eine Pause und ein gutes Gefühl. In Yssingaux hab ich noch eingekauft, eine Pizza gegessen und zwei Kilometer ausserhalb dann einen schönen Schlafplätze gefunden


Tag 60. Fr 01.08.
Yssingaux - Lavoute
Ja, und plötzlich ist Karren auseinander gebrochen. Den vorderen Teil noch in der Hand und der Hintere lag da. Wenn man da ein Foto von meinem Gesichtsausdruck gemacht hätte, hat man aber nicht. Nachdem ich alles abgeladen hab, war der Fehler schnell gefunden. Die Eine Seite War eine Schraube abgebrochen, auf der anderen die Schweißnaht gerissen. Die Schraube konnte ich wieder reparieren, die andere wurde mit zwei Spanngurten geflickt.
Ich konnte weitergehen, aber das war keine Lösung. In Rosière habe ich einen Automechaniker gefunden, der mir zumindest die Spanngurtseite noch mit einer Schraube sicherte, aber auch das keine Dauerlösung.
Jetzt bin ich fast in Lavoute angekommen, hier ist der Fahrradweg dann zu Ende.
Er war wirklich schön und auch für meinen Wagen gut zu fahren, mal schauen, was kommt.


Tag 61. Sa 02.08
Lavoute - Le Puy en Velay
Mein letzter Schlafplatz war an einem Fußballfeld unter einem Baum mit Morgensonne. Alles schön trocken einzupacken in der Früh. Die letzten Meter nach Lavoute noch über die letzte Eisenbahnbrücke über die Loire, dann war der schöne Weg auf der Voie Verte zu Ende
Entlang der Loire in einer Schlucht ging es dann langsam bergauf nach Le Puy en Velay. Zumindest ein Fahrradstreifen war hier ansatzweise vorhanden. Ich habs dann bis kurz vor 13 Uhr 30 noch zu einem Bioladen geschafft, wo es Bauernbrot, Pain fermier, gab. Da war nämlich Ladenschluß, hab was gegessen Siesta gemacht und dann weiter noch knappe 3 km zur Kathedrahle.
Daneben gibt es gleich ein Kloster und das Schild „Accueil Pellerines“, hat mich angelockt, und so campiere ich heute im Klostergarten, hab einen neuen Pilgerpass erhalten, der Alte war schon länger voll, und habe meinen erste Pilgermalzeit für 15,50 € gegessen. Hier bleibe ich ein paar Tage für 9 € pro Tag. Am Montag schaue ich, ob ich jemand zum Schweißen finde, ansonsten durchdenke ich grad alle möglichen Optionen.


Tag 62. So 03.08.
Le Puy en Velay
Das ist das diesjährige Ende meines Jakobswegs, ein würdiges Ende hier in diesem Klosterbetrieb und ich werde auch noch ein paar Tage hier verbringen. Dann eventuell etappenweise zurückfahren, oder den Flixbus nehmen. Ich habe es sehr genossen, jeden Tag ein anderer Weg, eine neue Unterkunft, manchmal Leute kennengelernt, manchmal für mich alleine.
Urlaub jedoch ist so ein Marsch nicht, auch wenn es nach Außen hin so scheint. Es waren auch ein paar ruhige Tage dabei, wenn ich, wie erst, vier Tage auf einem Campingplatz geblieben bin.
Wenn man aber dieses „Jakobsweg-Gefühl“ haben will, muss man mit Rucksack laufen und auch in den Herbergen unterkommen um mit anderen Pilgern zusammenzukommen. In Deutschland praktisch nicht möglich, in der Schweiz eingeschränkt möglich. hier in Frankreich kanalisieren sich die Wege dann.
Bei mir die Ausnahme war das Treffen mit Jana aus Pilsen und der erste Abend hier bei meinem Pilgerabendessen.
So bin ich meinen Weg gegangen und der war schön, allermeistens wenigstens, aber was ist schon durchgehend schön, nach dem Rausch kommt immer eine Ernüchterung. Und nüchtern war ich oft, und das ist auch gut so, manchmal muss man aber schon einen „Hund“ rein haun.
Natürlich hab ich mich gefragt, der Zusammenbruch meines Wagens, war das ein Wink, aufzuhören? Ein paar Tage zuvor schon das Problem mit den Bremsen?
Oder sollte es eine Prüfung sein? Packst du das? Gib nicht auf! Streng dich an!
Natürlich pack ich das, ich find auch jemand zum Schweißen und es würde weiter gehen. Vielleicht ist es auch als Hinweis zu sehen: Der Weg ist nichts für den Wagen, du mußt mit dem Rucksack gehen und Herbergen nutzen! Jetzt kann ich’s mir raussuchen. Und das hab ich gemacht. Ich komme wieder mit verkleinertem Gepäck und laufe noch bis Saint Jean Pied de Porte, nächstes Jahr.
Ich bin auch nicht wirklich der Läufer. Mich strengt das an. jeden Tag tun mir die Füße weh. Zwar nicht mehr so, wie in der ersten Woche, aber doch jeden Tag ausreichend. Wenn ich in der Nacht aufgewacht bin, hab ich alles gespürt, die Knochen, die Sehnen und vor allem die Muskeln. In der Früh ging es dann wieder so einigermaßen.
Aber es hat auch eine Befriedigung, es mit dem Willen durchzuziehen. Einen Abend habe ich lang keinen vernünftigen Schlafplatz gefunden, ich konnte kaum noch stehen, meine Füße waren irgendwie schon „Taub“, bis ich doch noch was gefunden habe, am Nächsten Tag ging’s aber dann wieder, als wäre nichts gewesen.
Vor ein paar Tagen hatte ich in einem Knie eine Schleimbeutelentzündung, so dass ich mich beim Zelt aufbauen, nicht mehr hinknien konnte und schon vorher war die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, so daß ich nur humpelnd vorwärz kam.
Am Nächsten Morgen hab ich kaum mehr was gespürt und nach den ersten Kilometern war es wie weggeblasen. Gesund geschlafen und Gesund gelaufen.
So. Genug Gesund. Jetzt trink ich noch einen.


Tag 68. Sa 09.08.
Le Puy en Velay
Eigentlich immer noch zu schnell.
Ich bin ja den Weg schon mal mit dem Fahrrad gefahren und dabei festgestellt, daß es viel zu schnell geht. Man ist an Allem viel zu schnell vorbei und hat kaum was mitgekriegt. Daher habe ich beschlossen, die Reise noch mal zu Fuß zu machen.
Ein bißchen besser ist es zu Fuß schon, aber eigentlich immer noch zu schnell. Man müßte vielleicht eine Woche, etwa 100 Km wandern und dann eine Woche Pause machen um die ganzen Eindrücke zu inhalieren. Es ändert sich viel in 100 Km, die Landschaft, die Landwirtschaft, die sonstige Vegetation, die Menschen, die Sprache, der Dialekt,die Art des Weges, usw. Man hat die Eindrücke noch gar nicht richtig verarbeitet und da kommen schon die Nächsten, und die Übernächsten.
Gewisse Dinge hab ich mir schon gar nicht mehr angeschaut weil ich gemerkt hat, es wird Zuviel. Nagut , manchmal waren aber auch die Füße schon zu schwer. Vielleicht wissen die aber auch, wenn der Geist genug hat.
Anscheinend muß ich noch langsamer werden, auch wenn ich dann in zwei Monaten nicht mal aus Deutschland rauskomme.
Ich hätte auch gerne mehr Kontakt mit Menschen gehabt, aber das ist gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Man trifft sie sehr selten, z. B. Da wo sie wohnen, im Garten, wo man sie ansprechen könnte. Einfach irgendwo klingeln, das mach ich (noch) nicht, da komme ich mir vor wie ein Zeuge Jehova oder ein Staubsaugervertreter. Im Öffentlichen Raum, wie im Supermarkt, da sind alle wie getrieben, da ist es schwer, jemanden anzusprechen. Selbst in der Kneipe ist es nicht immer einfach, die einen sitzen paarweise oder in Grüppchen zusammen, wollen gar nichts anders. Andere wiederum mit denen man Kontakt hat, sind entweder so betrunken, bekifft, oder tun sich im Allgemeinen schwer ein halbwegs vernünftiges Gespräch zu führen.
Ich werde einfach in dieser Reihe noch ein paar weitere versuche unternehmen, irgendetwas wird schon herauskommen.
Eine meiner „glorreichen“ Ideen auf dem Jakobsweg: Mannis Wandergitarre
Da versuche ich eine Tour zusammenzubekommen, wo ich mit meinem Wanderwagen mit Gitarre den Landkreis bewandere und jeden Abend irgendwo ein Privatkonzert gebe. Es sollte maximal zwei Stunden dauern und es sollten mindestens ca 10 Leute da sein. Als Gage verlange ich eine Zeltmöglichkeit, ein Abendessen mit ausreichend Getränken. Beim Bier wäre mir Boandlbrau-Bräu recht, soll aber keine Bedingung sein. Eine Spende und eine kleine Brotzeit für den nächsten Tag. Wer Interesse dafür hat soll sich einfach bei mir melden, wir machen alles ganz individuell aus.


Tag 69 So 10.08.
Fazit:
Ich würde es wieder so machen.
Alles hat seinen Grund, warum es passiert. Es ändern sich die Umstände und das führt dementsprechend zu neuen Entscheidungen. Ich hatte schöne Erlebnisse, schöne Orte, manchmal war es gefährlich, manchmal knapp. Hätte ich mich anders entschieden, wäre es genau so gewesen.
Wäre ich nur mit Rucksack und dem Nötigsten unterwegs gewesen, hätte ich wahrscheinlich die schöneren Bergwege genutzt. Dafür hätte ich auf schöne Begegnungen auf der Straße verzichten müssen, die ich ja dann nicht gegangen wäre. Die meisten Wege und Plätze hatte ich für mich, weil da ja auch kein anderer gegangen ist.
Ich bin schon eher ein Alleine-Mensch. Das heißt ja nicht, dass ich kein geselliger Mensch bin, nur ich kann auch alleine und zwar gut. Ich genieße beides, das Gesellige und das Alleine Sein. Beides muß sein und Beides hatte der Weg auch für mich gehabt, wobei das Gewicht mehr auf dem Alleine-Sein war. Das war auch gut so, weil im normalen leben ist das Gewicht eher auf der anderen Seite. Das Pendel ist immer in Bewegung. Und hast du das Eine, willst du das Andere und hast du das Andere dann, willst du wieder das eine.
Jetzt freue ich mich auf jeden Fall wieder auf Zuhause und die Geselligkeit
Auch auf die Sprache freue ich mich wieder. Nur in meiner Muttersprache kann ich mich exakt ausdrücken, feine Witze machen, feine Sticheleien verteilen. Manchmal genügt schon eine Betonungsänderung und der Satz dreht sich um 180 Grad.
Ich habe es allerdings auch genossen mit dem Französischen weiterzukommen und zu verinnerlichen. Deshalb möchte ich auch weiterhin dafür sorgen, dass das vorhandene weiter genützt wird. Wie der Bayer so schön sagt: Use it or lose it
Vorerst freue ich mich wieder auf das Stammtischg‘schmarri, und punktierte Konversation mit meinen Sprachgenossen.


Tag 70 11.08.
Ausblicke:
⁃ Ich freue mich wieder aus Musikmachen, sei es Allein, mit meiner Band, den G‘lenkschmerzn, oder auch mit der Ingrid (Harfe) als Duo Vielsaitig.
⁃ Dann würde ich gerne noch ein paar Aufnahmen von meinen eigenen Liedern machen, eventuell auch ein Video.
⁃ Mit dem Thema Kühltechnik möchte ich mich etwas mehr befassen, in Hinblick auf eine Erneuerung, Umarbeitung der Brauereieiswasseranlage
⁃ Mit der Flaschenabfüllung braucht etwas machen, Verbesserung, bzw. Vereinfachung der Flaschenwaschung
⁃ Vielleicht bringe ich ja wieder einen Französisch-Stammtisch zusammen, ein paar Gleichgesinnte, die die Sprache nicht verkommen lasses wollen, vielleicht sogar weiterentwickeln
⁃ Abgesehen von den normalen Reparaturen, die die Brauerei betreffen.
⁃ Von dem Gedanken, ein Dauerpilger zu werden, bin ich weit entfernt.
⁃ Ich habe noch etwas anderes vor, das man nicht vom Zelt aus machen kann. Und so schön das Zelten auch ist, freue ich mich wieder auf ein richtiges Bett, mein Bett mit meinem ganz privaten Sch..haus
⁃ Jeden Tag woanders sein Zelt aufbauen und auch ein Örtchen zu suchen hat was, aber nicht auf die Dauer. Ich bin kein Dauernomade, bestenfalls ein Halbnomade
⁃ Über den Winter bin ich gut beschäftigt und wenn alles klappt, werde ich ab ca Ostern die ca 760 km bis nach St Jean Pied de Port noch durchziehen. Ostern ist am 5. April

